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Lauterner Landschaftsläufe

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Überraschender Erfolg in der Ostalb

Ostalb-Panoramalauf - ein Ausflug auf die "Ultrakurzstrecke"
Die Bedingungen hätten nicht schlechter sein können. Im Anschluss an einen ziemlich relaxten Urlaub folgte eine recht heftige Trainingswoche, zumindest melden mir das meine Beine auch noch am Samstag Vormittag zurück.

Zur "Regeneration" verzichte ich aufs Abendessen und stehe mir anstelle in Sindelfingen noch einige Stunden lang die Beine in den Bauch... Fanta-4-Konzert. Die Stimmung dort ist jetzt nicht wirklich zum Abtanzen, doch ich bin froh, als ich dann nachts für ein paar Stunden meine müden Beine in die Horizontale bringen kann. Denn 24 schnelle Kilometer, dazu offenbar noch ein paar ordentliche Höhenmeter, sind für mich als Langstreckler eine richtige Herausforderung. Denn es ist schon einige Jahre her, dass ich meinen letzten schnellen Halbmarathon gelaufen habe... ich glaube, es war 2009, einen Tag nach der Langdistanz-Berglauf-WM!

Die Fahrt nach Lautern ist entspannt, die B29 praktisch leer, Gelegenheit zum Check:
  • Motivation: hoch
  • Kopf: skeptisch
  • Beine: naja
Auch beim Einlaufen nach der Anmeldung ändert sich das nicht wirklich. Schweren Schrittes trabe ich die Landstraße auf und ab. Wie soll das  gut gehen? Andererseits, die Baur-Brüder sind heute ebenfalls am Start. Ihnen steckt der vor einer Woche beendete Trans-Alpine-Run in den Knochen. Wie kann ich da jammern?

Startschuss! Auch für die Kurzdistanzler! Vom Start weg gibt Matthias Gas und sorgt so für klare Verhältnisse. Wer ihm hinterher geht, läuft die 11,5 km, der bedächtiger angehende Rest nimmt den verlängerten Halbmarathon in Angriff. Doch schon nach gut einem Kilometer teilt sich die Strecke sowieso. Matthias nimmt die "Schnellen" mit, Marcus biegt - schon mit Abstand auf uns Verfolger - in die große Schleife ein; die Baurs wollens offensichtlich heute noch mal wissen und zeigen, wer Herr in der Region ist.

Ich folge, überraschend noch in Sichtweite und im ersten Dutzend der Läufer. Ob ich das halten kann? Die ersten 6 Kilometer ändert sich daran wenig. Selbst bei den Downhills halte ich mich gut, was für mich nicht selbstverständlich ist. Doch es tut weh. Von Lockerheit kann keine Rede sein. Selbst bei km 8 sehe ich Marcus noch die Serpentinen hochstürmen, allerdings jetzt schon mit deutlichem Abstand. Von stürmen kann bei mir nicht die Rede sein, eher von "Krabbeln". Fast 4 km zieht sich der Anstieg hin, ständig steiler werdend. Immerhin gelingt es mir, in Trippelschritten auch die letzte Rampe hochzulaufen, was mich dann doch deutlich an die vor mir laufende "Konkurrenz" heranbringt, die teilweise gehen muss.
Da geht noch was, denke ich mir, verschärfe im Flachen fies das Tempo und schüttel damit auch meinen letzten Verfolger ab, der mir zuletzt bedenklich nahe im Nacken saß und schon zum Überholen ansetzt. Jetzt nur nicht einbrechen. Denn es ist gerade mal die Hälfte der Distanz gelaufen.
Von jetzt an gehts in Wellen bergab und das zählt nicht gerade zu meinen Stärken. Trotzdem kann ich den Sichtkontakt zu meinen Vorderleuten nutzen und mich Stück für Stück heransaugen. Jeder noch so kleine Anstieg bringt mich ein Stück näher, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. An der letzten Rampe bei km 20 bin ich dann endlich auf Tuchfühlung.
Damit ist klar, ich habe die größeren Reserven! Ein letztes Mal das Tempo erhöht und in den halsbrecherischen Downhill gestürzt. Ich mache tatsächlich noch 2 Plätze gut und schaffe sogar noch Luft nach Hinten. So kann ich die letzten Meter durch Lautern auch noch entspannt Tempo rausnehmen. Marcus und Matthias kommen mir kurz vor dem Ziel entgegen. Sie sind schon lange im Ziel, gewinnen beide unangefochten ihr Rennen. Ich schlage nach rund 1:44 Std. an, unter den heutigen Rahmenbedingungen ist das mehr als o.k. Und es reicht sogar für einen Platz in den TOP 10!
Auslaufen und "Ausquatschen" mit den Baurs, mit Erwin, der sich im letzten Jahr vom "Ultra-Küken" zu einem erfahrenen Ultra gelaufen hat, die Sonne genießen und die Minuten auf dem Podest... zugegeben, es macht Spaß, den "Blick von Oben" mitzunehmen, auch wenn ich Platzierungen keine all zu große Bedeutung beimesse.
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