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Rössleweg midsommar-run 2015

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Rössleweg midsommar-run 2015

Die Geschichte meiner 8. Stuttgartumrundung ist schnell erzählt
Der übliche Laufzeitraum ist morgens bis in den Nachmittag hinein. Den Spätnachmittag bis in die Nacht hinein sind wir auch schon gelaufen, es fehlt nur noch von Mitternacht bis in den Morgen. Die Sommersonnwende, wenn die Nächte kurz sind und der Morgen früh anbricht, in Skandinavien Midsommar genannt, ist der ideale Zeitpunkt für dieses verrückte Unternehmen. Aus terminlichen Gründen muss ich den Start in die Nacht von Sonntag auf Montag legen, kein Wunder, dass sich niemand finden lässt, der die Nachtrunde gemeinsam mit mir in Angriff nimmt. So bin ich auf mich allein gestellt. Wow... eine Nacht für mich alleine, Ruhe, vom Ruf der Wildnis einmal abgesehen, Dunkelheit jenseits der Grenzen des Scheinwerferlichts der Stirnlampe und die Aussicht, den Sonnenaufgang kurz vor Vollendung der Runde zu erleben. Gespannt mache ich mich auf den Weg und schlage von Beginn an ein zügiges Tempo an. Meine Idee ist es, pünktlich zum Sonnenaufgang um 5:21 Uhr am Katharinengrab zu sein(, wenn das nicht klappt, zumindest zu Hause, bevor mein Schatz zur Arbeit fährt). Deshalb nehme ich die Runde auch im Uhrzeigersinn in Angriff. Denn in umgekehrter Richtung verlaufen die letzten Kilometer zwar Richtung Osten, doch praktisch ausschließlich im Wald, was im Zweifelsfalle jeglichen Ausblick auf den Sonnenaufgang verhindert. Die Strecke ist bekannt, fast glaube ich, dass ich sie schon blind laufen könnte, was natürlich heillos übertrieben ist. Aber zumindest kenne ich die neuralgischen Punkte, weshalb mir ein Verlaufen erspart bleibt. Und trotzdem ist es schwierig, in der Nacht das Tempo zu halten. Das ist mir schon während meines ersten Nachtlaufs 2006 in Biel aufgefallen, dass ich immer dachte, ich wäre viel flotter unterwegs als ich es tatsächlich dann war. Und nachts ist Laufen ermüdender, vielleicht liegt es auch daran, dass man unbewusst die Füße immer etwas mehr hebt, um nicht über unsichtbare Hindernisse zu stolpern. Begegnungen habe ich keine, von ein paar Erdkröten und Füchsen abgesehen, die sich in der Ruhe der Nacht aus ihren Verstecken hervorgewagt haben und dann von meinem Lichtkegel erfasst schnell das Weite suchen. Es dauert lange, bis mir in der Dämmerung der erste Hundebesitzer beim morgentlichen Gassi gehen über den Weg läuft. Verborgen bleibt mir aber auch die Sonne, das wird mir bereits relativ früh klar. Anders als in den vergangenen Nächten ist die heutige nicht wolkenlos und klar, sondern trüb und dunkel durch eine recht tief hängenden Wolkenschicht. Meine Hoffnung auf einen strahlenden Sonnenaufgang löst sich also recht schnell auf, ich kann mir also auch Zeit lassen, genau so viel, dass ich genau dann vor meiner Haustür stehe, als dort im Schlafzimmer der Wecker meinen Schatz aus den Träumen ruft. Mein Timing ist also zumindest für den Plan B perfekt. Und so gönne ich mir erst eine Tasse Kaffee und dann 2 Stündchen Schlaf nach meinem Fazit: Die 8. Stuttgartumrundung war spektakulär unspektakulär. Ein schöner Nachtlauf auf alle Fälle. Und gerade im heißen Sommer eine Option, um der Hitze zu entgehen. Eine Wiederholung ist deshalb nicht ausgeschlossen, wenn auch nicht vorgesehen. Und wer genauer wissen will, wie es sich anfühlt, dem kann ich nur sagen:

Ausprobieren!
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