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Rössleweg RunMob (Tandem)

Laufberichte > Laufberichte 2018 > Das Tandem
Rössleweg RunMob (Tandem)!

Die unglaubliche coole Stuttgartrunde
"Day of death!" - Totensonntag! Zeit für den 2. RunMob auf dem Rössleweg...

Wir sind nicht makaber, sondern Chris hat einfach nur ein Wochenende ausgewählt, an dem die Laufsaison ausklingt ist und Ultras langsam rar werden im Laufkalender. Da gibts keine Ausreden, nicht mit dabei zu sein. Entsprechend groß das Interesse. Statt unsprünglich geplanter 25 Begleiter lassen wir letztendlich die doppelte Anzahl zu, wir bringen es einfach nicht übers Herz, Lauffreunde abzulehnen. Doch bei 50 muss leider Schluss sein.

Verpflegung können wir höchstens im Ziel anbieten, doch Freunde und "Verletzte" bieten Unterstützung an und so können wir am Ende mit insgesamt vier Stationen aufwarten, alle bestens betreut und voll motiviert.

Startnummern wollen wir uns nicht leisten und sind auch kein gutes Equipment für eine nicht genehmigte Veranstaltung... zu viel deutet sonst auf ein Rennen hin. Aber Grace schenkt mir kleine Anhänger mit dem Rösslewappen. Chris markiert und plant, ich manage die Anmeldungen und Kommunikation, nebenher, ich glaube, wir nehmen uns nichts im opfern von Nachtstunden.

Einige wollen früher starten, um nicht zu lange in den Abend laufen zu müssen... kein Problem, 2 Startzeiten einzurichten, in der Summe macht das alles nur viel einfacher und besser: Die Standzeiten der V-Punkte verkürzen sich, der Zielschluss verschiebt sich, und die schnellen Läufer sind zudem nicht einsam unterwegs, sondern treffen hin und wieder auf die "Frühstarter".
Die erste Hälfte (...das 3. Viertel)
Kurz vor 8 Uhr P+R Obertürkheim. Ein großer Haufen dick vermumter Läufer sammelt sich, darunter auch ein paar mutige in Shorts. Das bei der Witterung... mutig, sag ich nur.

Man kennt sich, man begrüßt sich, so vergehen die Minuten bis zum Start. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto schickt uns Chris dann auf die Strecke, für mich ein gemütlicher Start, geht es mir heute ja nicht darum, möglichst schnell zu sein, sondern nur darum, heile meine 2. Runde zu schaffen. Und so trotte ich schon nach wenigen Metern in der "Gruppe der Gemütlichen" den Schnellen hinterher. Den Anstieg auf die Höhen hinter Hedelfingen nehme ich im Schongang, Kräfte sparen lautet die Devise. Und ich bin überrascht, wie geschmeidig ich noch durchstarten kann, das gibt Sicherheit. Trotzdem ziehe ich bis zum Scherbelino die Handbremse an, obwohl die ersten 10 km die zweitschnellsten der Runde werden, die schnellsten 10 km werden die letzten bis ins Ziel werden.

Ich nehme mir Zeit für Gespräche mit dem einen oder anderen Mitstreiter bzw. an den V-Punkten, versuche meiner Gastgeberrolle gerecht zu werden. Und genieße vor allem das coole Miteinander. Das ist "Wettkampf" nach meinem Geschmack. Jeder hat die Freiheit, so zu agieren, wie er will. Man trifft sich, misst sich oder läuft einfach nur für sich selbst.

Und die Verpflegungsstellen sind einfach die Wucht. Was das Herz begehrt wird angeboten... und noch ein klein wenig mehr. Nicht umsonst geht der heutige Lauf bei einigen als das "längste Buffet Stuttgarts" in die Geschichte ein.
Gefühlt gebe ich von Viertelstunde zu Viertelstunde immer mehr Gas. Jürgen überhole ich kurz vor der Unterquerung zu B27 mit lautem Rufen:

"Läufer von Hinten im Runners High!"

... und habe damit gar nicht so unrecht. Nachdem ich mich mittlerweile schon im letzten Viertel der heutigen Doppelrunde befinde, fühle ich mich schon fast am Ziel und mache die letzten Kilometer noch einmal richtig Tempo. Mitstreiter um Mitstreiter wird eingesammelt, ich bin im Flow. Nur bei Gunther, Claudia und ihrem Teams an den Verpflegungen halte ich mich natürlich etwas länger auf. Zu lecker ist das Angebot und zu sehr weiß ich deren Engagement zu schätzen. Während wir laufen, stehen die sich in der Kälte Löcher in den Bauch, vor allem an den letzten Essenspunkten ist die Spanne zwischen erstem und letzten Läufer extrem.

"Ich bin an der Grabkapelle" melde ich mich bei Tine im Ziel. "in 15 Minuten bin ich bei Dir!"

Naja, 15 Minuten von der Grabkapelle bis Obertürkheim sind nur im ausgeruhten Zustand zu schaffen, nicht nach über 100 km in den Beinen. Es werden dann doch rund 20 Minuten, bis ich erschöpft und glücklich ins Ziel komme. Das Rössle-Tandem ist vollendet. Mit mir im Ziel nur fröhliche Gesichter. Offenbar hat es allen so viel Spaß gemacht wie mir.

Ich fürchte, der 3. Runmob muss folgen... bis dahin!
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